Rezept
Tarte Tatin

Zutaten
- 200 g Mehl
- 100 g kalte Butter (in Stücken)
- 50 g Zucker
- 1 Prise Salz
- 50 ml kaltes Wasser
- 6–8 säuerliche Äpfel (z.B. Boskoop, Cox Orange oder Gravensteiner)
- 100 g Butter
- 150 g Zucker
- 1 Bourbon-Vanilleschote
- 2 EL flüssige Crème Double
- 1–2 TL Aceto Balsamico (am besten ein hochwertiger, gereifter Balsamico)
15 Minuten
105 Minuten
120 Minuten
Zubereitung
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Das Mehl mit der kalten Butter, dem Zucker, einer Prise Salz und dem kalten Wasser zügig zu einem glatten Teig verkneten.
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Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
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Die Äpfel schälen, vierteln und entkernen.
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Die Bourbon-Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark herauskratzen.
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In einer ofenfesten Pfanne oder einer flachen Tarte-Tatin-Form die Butter bei mittlerer Hitze schmelzen lassen.
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Den Zucker hinzugeben und unter Rühren karamellisieren, bis er goldbraun ist.
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Das Vanillemark und die flüssige Crème Double unterrühren und den Karamell mit 1–2 TL Aceto Balsamico verfeinern.
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Die Apfelviertel dicht an dicht mit der Wölbung nach unten auf den Karamell legen und 10 Minuten köcheln lassen, bis die Äpfel leicht weich sind.
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Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
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Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und über die Äpfel legen.
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Die Ränder vorsichtig nach innen drücken, sodass die Äpfel vollständig bedeckt sind.
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Die Tarte auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Ofen ca. 25–30 Minuten backen, bis der Teig goldbraun ist.
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Nach dem Backen die Tarte kurz abkühlen lassen, dann vorsichtig auf einen Teller stürzen, sodass die karamellisierten Äpfel nach oben zeigen.
Ein Stück französische Küchengeschichte
Die Tarte Tatin, eine der berühmtesten französischen Desserts, hat eine charmante und oft erzählte Entstehungsgeschichte. Wie bei vielen klassischen Gerichten gibt es mehrere Versionen, aber die populärste Erzählung handelt von den Schwestern Tatin, die im späten 19. Jahrhundert ein Hotel in Lamotte-Beuvron, einer kleinen Stadt südlich von Paris, betrieben.
Die Legende vom Küchenunfall
Der Legende nach entstand die Tarte Tatin durch einen glücklichen Zufall – oder besser gesagt, einen Küchenunfall. Stéphanie Tatin, die sich um die Küche kümmerte, soll eines Tages besonders gestresst gewesen sein, als sie einen Apfelkuchen für die Gäste vorbereitete.In der Hektik vergaß sie, den Mürbeteigboden in die Form zu legen, und begann stattdessen, die Äpfel direkt in Butter und Zucker zu karamellisieren. Als sie den Fehler bemerkte, legte sie kurzerhand den Teig oben auf die Äpfel und schob die gesamte Pfanne in den Ofen. Nach dem Backen stürzte sie die Tarte, und das Ergebnis war so köstlich, dass es sofort ein Erfolg wurde.
Eine bewusste Kreation?
Einige Historiker vermuten, dass die Tarte Tatin möglicherweise gar nicht durch einen Unfall entstand, sondern eine bewusste Variation von regionalen Apfelkuchen war. In der französischen Küche gibt es zahlreiche Rezepte, bei denen die Zutaten „auf dem Kopf“ gebacken und später gestürzt werden.
Der Einfluss von Maxim's in Paris
Die Tarte Tatin erlangte nationale Berühmtheit, als sie ins Menü des Pariser Restaurants Maxim’s aufgenommen wurde. Der Legende nach soll ein Restaurantbesitzer das Dessert bei den Tatin-Schwestern entdeckt haben und es in seinem eleganten Lokal bekannt gemacht haben.
Das Prinzip der umgekehrten Tarte
Die Technik, eine Tarte „kopfüber“ zu backen, wobei die Früchte am Boden der Form karamellisieren und dann mit einem Teigdeckel bedeckt werden, ist seitdem ein Klassiker. Die Tarte Tatin wird traditionell mit Äpfeln zubereitet, aber es gibt zahlreiche Variationen, zum Beispiel mit Birnen, Pfirsichen oder sogar herzhaften Zutaten wie Tomaten oder Zwiebeln.
Tarte Tatin - ein zeitloser Klassiker
Ob Unfall oder bewusste Erfindung – die Tarte Tatin bleibt ein Symbol für die Kreativität und den Einfallsreichtum der französischen Küche. Ihre Kombination aus karamellisierten Äpfeln und knusprigem Teig hat sie zu einem zeitlosen Klassiker gemacht, der weltweit geliebt wird.